| Landesbischof würdigt Bedeutung von St. Anna | | Print | |
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„Vom gesellschaftlichen Nutzen einer Kirche“ – unter diesem Motto fand am 1. Juli in Augsburg, St. Anna ein Festakt mit anschließendem Empfang statt. Der Landesbischof der Evangelisch - Lutherischen Kirche in Bayern Dr. Johannes Friedrich und der Ehrenbürger der Stadt Augsburg Kurt Viermetz hatten aus Anlass der Sanierung der St. Anna Kirche bekannte Augsburger Bürgerinnen und Bürger eingeladen, um ihnen die St. Anna Kirche in besonderer Weise ans Herz zu legen.
Die Kosten für die Baumaßnahmen in der St. Anna Kirchen betragen 6,8 Millionen Euro. Ein Drittel davon übernimmt die Evang.-Luth. Kirche in Bayern. Die Höhe der finanziellen Unterstützung und das persönliche Engagement des Landesbischofs für eine einzelne Kirche seien eher ungewöhnlich, berichtete Friedrich. Er begründete dies jedoch mit der herausgehobenen und einzigartigen historischen Bedeutung von St. Anna sowohl für die evangelische Landskirche als auch für die lutherische Weltkirche. St. Anna als Schauplatz der Reformation und als Ort des Religionsfriedens sei Zeichen für das Bemühen um ein friedliches Zusammenleben der Konfessionen. Mit der gemeinsamen Unterzeichnung der Rechtfertigungslehre habe 1999 in St. Anna eines der wichtigsten und hoffnungsvollsten Ereignisse der Ökumene stattgefunden. „Diese schöne Kirche mit ihrer langen und wechselvollen Geschichte ist für mich ein Zeichen, dass sich konfessionelles Selbstbewusstsein, das sich seiner reformatorischen Wurzeln besinnt, und die Bemühungen der Kirchen um Frieden und Einheit nicht ausschließen“, sagte Friedrich. Kurt Viermetz, Ehrenbürger der Stadt Augsburg und bekennender Katholik, engagiert sich bewusst für die evangelische St. Anna Kirche. 100.000 Euro hat die Kurt und Felicitas Viermetz Stiftung gespendet. Viermetz versteht seine Unterstützung als Ausdruck ökumenischer Verbundenheit. Zugleich will der Mäzen in Zeiten zurückgehender staatlicher Unterstützung und mangelnder gesellschaftlicher Gerechtigkeit ein Zeichen für bürgerliches Engagement setzen und Verantwortung übernehmen. Dabei will er auch Vorbild für andere sein und forderte zu weiteren Spenden auf. Im Festvortrag zum Thema „Vom gesellschaftlichen Nutzen einer Kirche“ erörterte Arnd Brummer, Chefredakteur der Zeitschrift Chrismon, warum es sich lohnt, alte Gebäude zu erhalten. Besonders betonte er, dass Kirchen ein Ort der Transzendenz seien und allein dadurch schon einen Mehrwert in unserer schnelllebigen Gesellschaft hätten. Darüber hinaus forderten Kirchen zu einem Miteinander und Füreinandereinstehen auf und böten dadurch ein zuhause. Eindrücklich erlebt hat Brummer dies bei einem Abendmahl am Tag nach dem 11. September 2001, als vielerorts nur Sprachlosigkeit herrschte. Abschließend würdigte Oberbürgermeister Kurt Gribl St. Anna als einen besonderen Ort im Herzen der Stadt. „Es ist für uns als Stadtgesellschaft im Bewusstsein der reichen Tradition von St. Anna eine gemeinsame Aufgabe, diese Kirche vor dem Verfall zu schützen und ihr Erbe für die Zukunft zu bewahren. Die Stadt Augsburg ist sich ihrer Pflicht bewusst, dafür zu sorgen, dass dieses Prunkstück unter den Augsburger Kirchen für künftige Generationen erhalten bleibt.“ Im letzten Jahr ist Augsburg in den Kreis der Lutherstädte aufgenommen worden. Darin sieht Gribl einen Auftrag, Mitverantwortung zu tragen für die Erhaltung der geistlichen und baulichen Substanz der Lutherstätten. Spätestens bis 2017 zum 500-jährigen Jubiläum der Reformation sollten mit gemeinsamer Anstrengung alle Augsburger Lutherstätten auf Hochglanz gebracht sein, so Gribl Für die musikalische Umrahmung des Programms sorgte der Madrigalchor bei St. Anna unter Leitung von Kirchenmusikdirektor Michael Nonnenmacher. Beim sommerlichen Empfang im Pfarrgarten von Stadtdekanin Susanne Kasch beendeten die etwa 300 geladenen Gäste den gemeinsamen Abend.
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