Spendensumme erreicht

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„Es ist geschafft!“ - Spendensumme für St. Anna Kirche erreicht

„Es ist geschafft!“, steht in großen Buchstaben auf dem Deckblatt des Jahresberichts des Fördervereins St. Anna Augsburg e.V. Der Verein hat die benötigten 1,9 Millionen Euro zur Sanierung der St. Anna Kirche als Spenden erhalten. „Wir sind froh und sehr, sehr dankbar für diese große Unterstützung“, freut sich Stadtdekanin Susanne Kasch. „Die Gemeinde St. Anna hat ihr geistliches Zuhause wieder und die Freude darüber ist vielfach spürbar: in unseren Gottesdiensten, in einem nicht abreißenden Strom von Besuchern, in Anfragen nach Führungen und bei den vielen Menschen, die täglich kommen, um in diesem schönen Raum einen Augenblick den Alltag zu unterbrechen, innezuhalten und auszuruhen. Danke an alle Spender, die zu diesem wunderbaren Werk beigetragen haben.“


Im November 2006 hatte ein Baugutachten ergeben, dass sich die Wände der St. Anna Kirche auseinander bewegen, die Dachstühle morsch sind und eine Sanierung der Kirche unumgänglich ist. Die Gesamtkosten wurden auf 6,8 Millionen Euro veranschlagt. Kirchliche und staatliche Mittel trugen zur Finanzierung bei. Zusätzlich musste die Kirchengemeinde St. Anna 1,9 Millionen Euro beisteuern. Sofort war klar, dass sie alleine diese hohe Summe nicht aufbringen konnte. Im April 2007 gründete sich daher der Förderverein St. Anna Augsburg e.V. Unter dem Motto „Helden sind nicht einzelne. St. Anna Welterbe. Erhalten. Zusammen“ machte sich der Verein daran, Spendengelder zu sammeln. „Unser Motto bewahrheitete sich immer wieder, denn viele Menschen, große und kleine Gaben waren nötig, um die Gesamtsumme zu erreichen“, sagt rückblickend Reinhard Schmerkotte, 1. Vorsitzender des Fördervereins. Dabei war die Spendenmotivation sehr unterschiedlich, weiß Erhard Lusebrink, Schatzmeister des Fördervereins: „Für manche war es wichtig, ein wertvolles, historisches Baudenkmal zu restaurieren und zum Erhalt von Gemälden, Fresken oder Glocken beizutragen. Für andere stand der Glaube im Vordergrund. Sie wollten den spirituellen Raum für die Zukunft bewahren und die Kirche für das gemeindliche Leben erhalten. Manchmal ging es auch darum, ein Stück einzigartige Religions- und Kulturgeschichte zu bewahren oder einen Beitrag für die Stadtgesellschaft zu leisten.“


Die Einzelspenden betrugen zwischen einem und 100.000 Euro und kamen aus dem In- und Ausland sowohl von Privatpersonen als auch von Sparkassen und Banken, der Stadt Augsburg sowie Handel und Wirtschaft. Besonders große Unterstützung wurde der St. Anna Kirche zuteil durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die Kurt und Felicitas Viermetz-Stiftung, die Augsburger Rotarischen Clubs und hohe Spenden von Einzelpersonen. Deren Namen finden sich zusammen mit vielen anderen Unterstützern auf einem Kubus im Kreuzgang.


Außerdem gab es in den letzten Jahren viele Aktionen, die zum Spenden animierten. So konnte im Kreuzgang der St. Anna Kirche der erste evangelische elektronische Opferstock in Bayern installiert werden, der eine Spende per EC-Karte ermöglicht. Das Internetprojekt www.himmlische-paten.de vermittelte Patenschaften für das barocke Deckenfresko und schuf die Möglichkeit, himmlische Grußbotschaften zu hinterlassen. Viel ehrenamtliche Arbeit investierte der Förderverein und weitere Unterstützer in Benefizkonzerte und das „Weihnachtswölkchen“, den jährlichen Adventsbazar im Kreuzgang. Das ganze Jahr über gab es St. Anna Gläser oder St. Anna Wein zu kaufen.


Der Förderverein St. Anna Augsburg e.V. hat sein Ziel erreicht. Der aktuelle Spendenstand beträgt 1.995.000 Euro. Damit sind, wenn alles wie geplant verläuft, die Sanierungsmaßnahmen der St. Anna Kirche finanziert. Der Vorstand wird daher am 14. Mai, einen Antrag in die Mitgliederversammlung einbringen, den Verein satzungsgemäß aufzulösen. „Wir wollen uns bei allen unseren Mitgliedern noch einmal herzlich bedanken und sie dann von ihrer Verantwortung und ihren Mitgliedsbeiträgen auch entbinden“, begründet Reinhard Schmerkotte den Antrag. „Zugleich wollen wir die Gründung eines neuen Vereins oder Freundeskreises vorgeschlagen, der jährlich festlegt, welche Aktionen in St. Anna zusätzlich unterstützt werden sollen.“


Die Baumaßnahmen in St. Anna gehen noch bis 2014 weiter. Saniert werden bis dahin die Goldschmiedekapelle, die große und kleine Sakristei, der Kreuzgang und der Dachstuhl. Interessierte will die Gemeinde deshalb gerne weiterhin informieren. Die Heldenpost wird daher als kleine Broschüre in gewohnter Weise erscheinen.