Das Museum Lutherstiege

Bewegte Zeiten, bewegte Bilder und bewegende Geschichten

Bildrechte: beim Autor

Im Museum Lutherstiege erleben Besucher einen Überblick über wesentliche Ereignisse und Entwicklungen der Reformationsgeschichte, in der Augsburg bis heute eine wichtige Rolle spielt. Die Stationen spannen den Bogen von der Renaissance bis in die Gegenwart. Beim Rundgang durch die historischen Räume erschließen sich viele thematische Großkapitel der Reformation – hautnah und in moderner medialer Inszenierung.

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Im ehemaligen Karmeliterkloster St. Anna ereignete sich Weltgeschichte: Der Mönch Martin Luther wohnte hier, als er sich unter Todesgefahr endgültig zu seinen 95 Thesen bekannte. Warum geschah dies in Augsburg? Wer waren Luthers Gegner, wer die Freunde? Warum eroberte seine Lehre so schnell das Land und wie entwickelte sich die Reformation? Was hatten Drucker und Künstler damit zu tun? Welche Kriege, welcher Frieden, welche Machtverschiebungen waren die Folge? Diese Fragen und viele mehr beantwortet das Museum Lutherstiege, das die Geschichte der Evangelischen in Augsburg seit der historischen Begegnung zwischen Martin Luther und Kardinal Cajetan im Jahr 1518 zum Thema.

 

Treppe zur Lutherstiege
Bildrechte: Annette Zöpf

„Grüße bitte alle in meinem Namen, gleich ob ich zurückkehre oder nicht.“

Diese Worte zeigen, dass Martin Luther sich nicht sicher war, ob er Augsburg lebend wieder verlassen würde, als er 1518 im Fuggerpalais von Kardinal Cajetan verhört wurde.

Das Museum Lutherstiege erinnert an diese Begebenheiten, an Luthers Weigerung zu widerrufen und an seine Flucht. Es zeigt auch, wie es in der Augsburger Stadt- und in der Kirchengeschichte weiterging. Hier geht es zum Infoflyer

Die Lutherstiege befindet sich in der St. Anna Kirche in den historischen Räumen des ehemaligen Karmeliterklosters. Das Museum hat 16 Stationen, die sich auf sechs Räume verteilen. Man betritt das Museum über eine lange Treppe (Stiege), die vielleicht Martin Luther auch benutzte, als er im Oktober 1518 zum Verhör nach Augsburg kam und im Karmeliterkloster übernachtete. Flyer zur Raumaufteilung. Der Raum dokumentiert die Medienrevolution im 16. Jahrhundert. Gestaltet wurde er von lab binear, Labor für Medienkunst, Augsburg.


Ein Stück Vergangenheit lebendig werden lassen

Bildrechte: beim Autor

„Wir wollen die Inhalte nicht nur auf Texttafeln darstellen, sondern ein Stück Vergangenheit lebendig werden lassen“, so beschreibt Pfarrerin Silke Kirchberger von der Projektstelle Luther 2017 das Ziel des Museums. Dies war allerdings nicht leicht zu erreichen, weil es in diesem Zusammenhang nur sehr wenige Exponate in St. Anna gab.

Viele andere Gestaltungselemente aber stehen zur Verfügung und die Macher nutzten auch Erkenntnisse der modernen Museumpädagogik: So gibt es:

• Videoanimationen
• Hörstationen und
• lebensgroße Figuren.

Ein differenziertes Farb- und Lichtkonzept unterstützt die Darstellungen. Pfarrerin Silke Kirchberger beschreibt in einem Radiobeitrag für Radio rt1 Themen und Konzept der Lutherstiege: >> Beitrag anhören


Für eilige Touristen oder versierte Fachleute

Medienraum der Lutherstiege
Bildrechte: Klaus Lipa

Die Themen der Lutherstiege sollen für den eiligen Touristen, den vielleicht etwas unwilligen Schüler, den engagierten Augsburger oder den historisch versierten Fachmann gleichermaßen interessant sein.

Lesezeichen im Medienraum
Bildrechte: Klaus Lipa

Daher gibt es verschiedene Ebenen der Information: Aussagekräftige Überschriften, die man im Vorbeilaufen quasi scannen kann, weiterführende Texte und differenzierte geschichtliche Bezüge, die z.B. in ausziehbaren Schubladen zu entdecken sind.

So kann man in 20 Minuten einen guten Eindruck über die Ausstellung bekommen oder sich ausgiebig in Details vertiefen.


Impressionen der Aussstellung


Themenbereiche

Prolog

  • Blick zurück ins Mittelalter
  • Der Weg in ein neues Zeitalter - Luthers Vorläufer und Zeitgenossen

Luther und Augsburg

  • Der Weg Martin Luthers nach Augsburg
  • Martin Luther und Augsburg
  • Der Ablass - Ausgangspunkt für Martin Luthers Kritik an der katholischen Kirche
  • Martin Luther und Cajetan - Der Disput
  • Martin Luther und sein Glaube
  • Martin Luther und die Bildung
  • Die Medienrevolution
    • Augsburg als Druckerstadt
    • Ikonografie der Lutherbilder
    • Schmäh- u. Flugschriften
    • Karikaturen

Luther und die Auswirkungen

St. Anna heute

  • Gemeindeleben
  • St. Anna heute

 Entwicklungsgeschichte der Lutherstiege

 

Bildrechte: beim Autor
16.06.2013

30 Jahre Lutherstiege

"Luther trifft ..." - Impressionen vom 30-jährigen Jubiläum der Lutherstiege. Veranstaltungsflyer
>> Bilder ansehen

22.04.2012

Wiedereröffnung des Museums Lutherstiege

>> Pressemeldung lesen
>> Predigt von Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm
>> Worte des Dankes von Stadtdekanin Susanne Kasch

 

Neugestaltung der Lutherstiege

Das Museum wurde nach modernen museumspädagogischen Grundsätzen im Rahmen der Sanierung der St. Anna Kirche neu gestaltet.

Neu konzipiert haben die Lutherstiege Pfarrerin Silke Kirchberger (Projektstelle Luther 2017) und Büroecco Kommunikationsdesign, unterstützt von einem Arbeitskreis bestehend aus Historikern, Theologen, Kirchenvorständen, Architekten, Medienfachleuten und vielen weiteren Künstlern und Handwerkern. Liste aller Mitarbeitenden.

 Die Neugestaltung der Lutherstiege kostete 320.000 Euro. Diese wurden zur Hälfte aus Bundesmitteln für die Reformationsdekade finanziert, außerdem von der Stadt Augsburg, Bezirk Schwaben, Bayerische Sparkassenstiftung, Evang.-Luth. Kirchengemeinde St. Anna, Evang.-Luth. Dekanatsbezirk Augsburg, Evang.-Luth. Kirche in Bayern. Herzlichen Dank an alle, die die neue Lutherstiege ermöglicht haben.
1983

Eröffnung des Museums Lutherstiege

Anlässlich des 500. Geburtstags von Martin Luther gestaltete die Gemeinde St. Anna unter Federführung von Dekan Klaus Peter Schmid das Museum zur Reformationsgeschichte.