Neue Klänge in der Kirchenmusik

Christian Barthen
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Christian Barthen wird Kantor an St. Anna

Am 1. März tritt Christian Barthen (35) seine neue Stelle bei der evangelischen St. Anna Gemeinde in Augsburg an. Er übernimmt die A-Kantorenstelle und folgt damit auf Michael Nonnenmacher, der am 12. Januar in den Ruhestand verabschiedet wurde.

Barthen bringt einige Erfahrung für seine neue Aufgabe mit. Schon als Kind und Jugendlicher war er kirchenmusikalisch tätig. In der Folge studierte er Evangelische Kirchenmusik und Musikpädagogik, sowie Orgel, Klavier und Cembalo in Saarbrücken, Paris und Stuttgart. Er ist Preisträger mehrerer renommierter Orgel- und Musikwettbewerbe, unter anderem des weltweit herausragenden „Grand Prix de Chartes“. Seine kirchenmusikalische Tätigkeit ergänzt er als international gefragter Konzertorganist. Rundfunk-, CD- und Fernsehproduktionen entstanden unter anderem bei ARD und Radio France sowie bei Naxos International und ifo/Organ.

Seit 2015 wirkt Barthen in Giengen an der Brenz (bei Ulm) als Organist der historischen Link-Orgel (1906) und Kantor der evangelischen Kirchengemeinde. Er verantwortet dort das gesamte kirchenmusikalische Programm, gestaltet Kantatengottesdienste und leitet die Giengener Kantorei. Barthen rief die monatlich stattfindende „Giengener Orgelmatinée“ sowie ein jährliches Musikfestival ins Leben.

Zum Start in Augsburg wird Christian Barten ein „Antritts-Orgelkonzert“ in St. Anna geben.

Zur Aufführung kommen die drei großen Orgelwerke von Franz Liszt (1811-1886): Fantasie und Fuge über „Ad nos, ad salutarem undam“, Präludium und Fuge über B-A-C-H und Variationen über „Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen.

Das Konzert findet statt am Sonntag, den 1. März um 17 Uhr in der Augsburger St. Anna Kirche. Der Eintritt ist frei.


Hintergrund zum Programm

Franz Liszt, bekannt als der größte Klaviertitan seiner Zeit und Schöpfer der Gattung der Symphonischen Dichtung, lebte und wirkte ab 1843 als Kapellmeister in Weimar und pflegte dort enge Verbindungen in die Orgelszene rund um Johann Gottlob Töpfer (1791-1870) und entwickelte dadurch ein besonderes Interesse an diesem Instrument. In diese Zeit fällt auch eines der bedeutendsten Orgelbauprojekte des 19. Jahrhunderts, die große Ladegast-Orgel des Merseburger Doms: Natürlich war es Franz Liszt - sein Ruf eilte ihm lange und weit voraus - der mit einem Kompositionsauftrag zur Einweihung dieses besonderen Instruments betraut wurde. Zwei der großen Orgelwerke Liszts stehen in engem Zusammenhang mit der Merseburger Domorgel: Im Jahr 1855 erklang die Fantasie und Fuge über „Ad nos, ad salutarem undam“ (ein Thema aus Meyerbeers Oper „Der Prophet“) zur Einweihung der Orgel; im Jahr 1856 wurde „Präludium und Fuge über B-A-C-H“ (das eigentliche Auftragswerk, Liszt wurde zeitbedingt nicht rechtzeitig fertig) dort uraufgeführt. Bei seinem dritten großen Orgelwerk, den Variationen über „Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen“ hat Liszt den Schmerz über den Verlust seiner Tochter Blandine (1859) in Klang verwandelt. Das Thema stammt aus dem Eingangschor der gleichnamigen Kantate J.S. Bachs.