Gemeindeleben

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St. Anna ist eine offene Kirche, offen für die vielen Touristen, die sie besuchen, offen für die Menschen aus der Stadt, die hereinkommen, um einen Moment Ruhe und Besinnung zu finden, offen aber auch für die Menschen, die hier wohnen. 


Unsere Kirchengemeinde will ein Ort sein,

  • an dem Kinder sich treffen, miteinander spielen und mit Gott groß werden
  • an dem Konfirmanden und Jugendliche ihren Raum finden und miteinander Kirche erleben
  • Erwachsene sich begegnen und ins Gespräch kommen, über ihren Alltag und ihren Glauben
  • Menschen Heimat finden im Gottesdienst, im Miteinander feiern und in den Gruppen und Kreisen.

All unsere Gruppen und Kreise freuen sich über Menschen, die die Tür öffnen und hereinkommen.
Herzlich willkommen in St. Anna!

Du stellst meine Füße auf weiten Raum. (Psalm 31,9)

Das Motto der St. Anna-Gemeinde entstammt einem Psalm, in dem ein Mensch Gott um Hilfe vor Verfolgern bittet, aber auch sein Vertrauen und seinen Dank ausspricht, dass Gott ihn retten wird. Es ist bereits eng für ihn geworden, an einer Stelle spricht er sogar von dem 'Netz', in dem man ihn fangen will. Aber im Vertrauen auf Gott wechselt seine Perspektive: er sieht neue Lebensmöglichkeiten und -chancen für sich, sein Leben erscheint ihm nicht mehr eng und bedroht, sondern als weiter Raum. Ein Psalmwort, welches Freiheit und Geborgenheit zugleich schenkt. Wir verstehen Gott als jemanden, der nicht einengt, sondern Menschen Lebensmöglichkeiten eröffnet. Psalm 31 zum Nachlesen

Menschen aus unserer Gemeinde verbinden mit diesen Worten:

Den Blick in die Nähe und Ferne schweifen lassen – Neues erkennen und erspüren – den Kopf heben, tief durchatmen – und dabei festen Boden unter den Füßen haben - das ist für mich „Weiter Raum“. Unsere Gemeinde St. Anna mit ihrer tiefen Verwurzlung in der (Theologie-)Geschichte und zugleich inmitten der heutigen Zeit stehend ist für mich so ein „Weiter Raum“: getragen von den Spuren Martin Luthers – seiner Erkenntnis: allein aus Glauben, durch unser Vertrauen in Jesus Christus, das durch Bibellese wächst und doch Gnade bleibt, werden wir von Gott gerecht gesprochen. Dieses Wissen ermöglicht es mir, den Blick nach vorne zu richten – auch in eine ungewisse Zukunft - und mit dem Psalmisten zu beten (Psalm 31,6): „In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott“. - Michael Thoma 2020

Dies ist der Taufspruch meiner Tochter. Für mich beinhaltet er Herausforderung und Verantwortung, Versprechen und Hoffnung sowie Geborgenheit: Wo wir uns befinden hat Sinn; wir können und sollen selbst die Richtung bestimmen, in die wir uns auf den Weg machen. Dies bei meiner Tochter im Laufe ihres Heranwachsens zu erleben, wie sie sich die Welt erschließt, Dinge ausprobiert und für sich entdeckt und Schritt für Schritt für ihr Leben Verantwortung übernimmt und ihren Platz findet, ist wunderbar. - Katja Kantor 2019

St. Anna, als historisch bedeutender Ort, schafft es für mich immer wieder, Reformation bewusst werden zu lassen. "Du stellst meine Füße auf weiten Raum" heißt in diesem Kontext, auf Luthers Spuren zu wandeln und Reformation, die lutherische Tradition, ins heute zu bringen. In einer Gesellschaft, die schnelllebig sich wandelt und in der uns scheinbar alle Möglichkeiten gegeben sind, stehen meine Füße auf dem weiten Raum auf dem auch die Person stand, die Psalm 31 betete.  -  Pia Heutling 2019

Die Gefühle des Schreibers vom Psalm 31 kann ich so gut nachempfinden - auch wenn zwischen uns Jahrtausende liegen. Martin Luther konnte das vor 500 Jahren wahrscheinlich ebenso, war er doch gefangen in der Macht der Kirche, der Lehre, der Weltordnung und seinem ganz persönlichen Menschsein. Er hat für sich den Perspektivwechsel gewählt – etwas was nicht einfach ist und viel Mut braucht. Seine Qualen zu diesem Schritt springen mich an, wenn ich seine Worte darüber lese. Und dann lässt er los und vertraut, er betritt neuen Raum. Alles einfach danach? – Sicher nicht. Solche Schritte haben Konsequenzen, wie man in den Geschichtsbüchern nachlesen kann. Aber ihn selbst hat es weit gemacht und er hat seine Lebensmöglichkeiten gefunden. Ich denke, er hätte sich gefreut über die Unterschriften 1999 in St. Anna und uns ermutigt, immer wieder neue Schritte zu wagen.
Wir sind alle Menschen, nicht anders als die beiden hier Zitierten. In diesem Vertrauen sind auch uns, unsere ganz individuellen Lebensmöglichkeiten gegeben. Wir müssen nur losgehen und sie ergreifen.  - Claudia Stöhler 2019